Wie reagiert mein Körper auf Stress?

von Miriam Birtz-Wagenbichler Tuesday, 31. January 2017 MyBodyWorks 0 Kommentare

Stress ist in aller Munde. Wenn man fragt, wie es dem Gegenüber geht, bekommt man oft die Antwort, die Arbeit und das Leben sei stressig. Es scheint, als wäre der Stress unser täglicher Begleiter, ohne den wir gar nicht mehr können. Denn die schnelllebige Zeit und unsere hochtechnologisierte Welt ermöglicht uns in kürzester Zeit alle Aufgaben zu erfüllen, wenn es doch den 48 Stunden-Tag gäbe.

Dass dieser Druck jedoch auch gravierenden Einfluss auf unseren Körper hat, können diejenigen bezeugen, die nach einer sehr stressreichen Phase krankheitsbedingt darniederliegen. Dieses Phänomen ist keine Seltenheit.

Warum geschieht dies nun? Hier müssen wir unser Immunsystem genauer in Augenschein nehmen. Es gibt zwei Arten der Immunreaktion. TH1 und TH2 - sprich T-Helferzellen. TH1 ist die zelluläre Immunreaktion, die dann zum Einsatz kommt, wenn ein Erreger in eine Zelle eindringt und hier eine Veränderung bewirkt. Das passiert zum Beispiel bei einem Virus, der über das Blut zur Zelle kommt und hier Einfluss nimmt. TH2 ist die humorale Immunreaktion und wirkt von Außen, indem sie Antikörper entwickelt. Bei beiden Immunreaktionen kommt es zu Entzündungen im Körper.

Cortisol wiederum ist das Stresshormon und wird ausgeschüttet, wenn "Entzündungen" im Körper stattfinden. Da der Körper nicht zwischen seelischem oder krankheitsbedingtem Stress wie einem Virus unterscheidet, wird Cortisol so und so aktiviert. Es hat also zur Aufgabe, die Entzündung zu reduzieren, indem es die Aktivität von TH1 verringert. Kurzfristig ist es ein wichtiger Mechanismus, wird aber bei anhaltendem Stress der Cortisolspiegel ständig hoch gehalten, kehrt sich der Effekt ins Gegenteil. Man wird anfälliger für Infektionen, Wundheilungsstörungen und sogar Krebs. Laut Christian Schubert (Was uns krank macht - was uns heilt, Verlag Fischer & Gann) hängt es damit zusammen, dass dem TH1-System die Killerzellen angehören, die darauf spezialisiert sind, virusinfizierte Zellen und bösartig entartete Zellen abzutöten. Im Falle einer TH1-Unterdrückung nimmt TH2 überhand. Und das führt dazu, dass zu viele Antikörper produziert werden. Was wiederum einen Einfluss auf die Entstehung von Allergien hat.

Was heisst dies nun für alle, die dem Stress den Kampf ansagen wollen? Natürlich wäre es einfach gesagt, gar keinen Stress aufkommen zu lassen. Aber seien wir doch mal ehrlich. So einfach ist dies nicht. Und zielführend ist es auch nicht. Der Mensch braucht ein gewisses Maß an Stress, damit er leistungsfähig und auch entwicklungsfähig ist. Doch die Dosis macht das Gift.

Man kann aber den Cortisolspiegel auf zwei Arten, die mir wohl bekannt sind, positiv beeinflussen. Die eine Form ist das sportliche Training. Hier findet man in Studien das Ausdauertraining als das Maß der Dinge, doch ich würde eher auf ein sportwissenschaftliches Gesamtkonzept plädieren. Dazu gehören für mich neben dem Ausdauertraining das Training des Gleichgewichts/Koordination, der Kraftausdauer und der Beweglichkeit/Entspannung. Manchmal hilft auch ein gut durchdachtes Boxtraining.

Die zweite Form ist passive Entspannungshilfe, wie in meinem Fall die Craniosacrale Behandlung. Sie wirkt bei Personen mit hohen Anforderungen und Stress oftmals Wunder. Denn wenn man aufgrund einer zu hohen körperlichen Spannung selbst nicht mehr entspannen kann, dann braucht es einfach Hilfe.

Doch jeder sollte seine Form wählen, die für ihn passend ist. Manch einer braucht die aktivere Unterstützung wie Training, auspowern oder im Entspannungsbereich die klassische Sportmassage. Der Andere braucht wieder mehr Körpersensibilisierung, Atmung und sanfte Körperbehandlungsformen wie Craniosacrale Körperarbeit, Shiatsu und co.

Ich hoffe, du findest deinen Weg zu mehr Entspannung und Stressabbau. Gern steh ich bei Fragen unter www.mybodyworks.at zur Verfügung. Deine Miriam