Alltagsbewegung - sinnvoll oder sinnlos?

von Miriam Birtz-Wagenbichler Monday, 18. April 2016 MyBodyWorks 0 Kommentare

Was sind nun Alltagsbewegungen? Heisst das, mehrmals am Tag aufstehen und somit das Sitzen oftmals unterbrechen. Oder heisst es Treppen statt Aufzug zu nehmen. Oder muss man eine Bewegungseinheit täglich durchführen. Die Antwort auf alle 3 Fragen ist, ja. Aber, man muss nicht gleich den Kilimanjaro erklimmen. Kleine Schritte machen den Unterschied. Deshalb sollte man eher die Bewegung sukzessive in den Alltag integrieren.

Bevor dies jedoch geschieht, stellt sich überhaupt die Frage, warum die Bewegung in den Alltag integriert werden soll. Was bringt es uns?

Das ist einfach beantwortet, wenn wir uns den Zeitfaktor ansehen. Der Körper wird täglich bestimmten Belastungen, wie zum Beispiel langem Sitzen oder langem Stehen, ausgesetzt. Diesen Belastungen passt sich der Körper an. Er ist somit sehr wandlungsfähig und reagiert auf individuelle Gegebenheiten. Provokant könnte man sagen, der Körper ist ein fauler Hund und macht nur so viel, wie er braucht. Das bedeutet, wenn wir dem Körper wenig Variationen lieferen, dann wird er faul, oder besser gesagt ökonomisch.

Gestalten wir also unseren Alltag mit wenig Variationen und wenig Herausforderungen, was uns ja in unserer technologischen Welt sehr leicht fällt, dann helfen wir unserem Körper seine Fähigkeiten abzubauen. Er wird immer weniger belastbar und wir züchten uns selbst einen kranken Körper an. Da wundert es dann nicht, wenn es irgendwann mit dem Ziepen, Zwicken oder sogar Schmerzen anfängt.

Das Erfreuliche ist aber, dass der Körper, aufgrund seiner Wandlungsfähigkeit, auch die Möglichkeit hat, seine Ressourcen wieder aufzubauen. Gestalten wir nun unseren Alltag bewegungsreicher, dann reagiert unser Körper, und wird stärker, beweglicher und auch schmerzfreier.

Wir sparen uns also Zeit, indem wir die Bewegung einfach mit unseren Alltagsgewohnheiten koppeln. Und wir ersparen uns zusätzliche Zeit, weil wir uns gar nicht erst Probleme durch Bewegungsarmut züchten.

Welche Bewegungen können nun in den Alltag integriert werden? Vor dem Aufstehen im Bett liegend empfiehlt sich die Mobilisation der Wirbelsäule durch Beckenkippen oder Beckenuhr (von Feldenkrais) in Rückenlage. Nach dem Aufstehen geht es zum Zähneputzen. Und hier kann man das Gleichgewichtstraining mit der Reinigung der Zähne kombinieren. Im Einbeinstand (rechtes Bein angehoben) die obere Zahnreihe putzen und mit dem linken Bein angehoben die untere Zahnreihe putzen. Während der Büroarbeit am Computer kann man eine kurze Pausenzeit, mit Schulterkreisen in Kombination mit der Atmung, einlegen. 10x rückwärts kreisen und 10x vorwärts kreisen. Bein Hochführen einatmen und beim Tiefführen ausatmen. Für das Hirntraining eine kleine Übung für Zwischendurch im Business, um die Konzentration und Aufmerksamkeit zu trainieren, das Koordinationstraining Swings. https://www.youtube.com/watch?v=vaIZcNKqvkw Vor dem Schlafengehen das tägliche Krafttraining in Form von Planks front und seitlich. Jeweils die Position für Anfänger 20sek. und für Fortgeschrittene bis 1min. halten. Danach beim Zähneputzen wieder das Gleichgewichtstraining integrieren und vorm Einschlafen im Bett nochmals die Mobilisationsübungen Beckenkippen oder Beckenuhr durchführen.

Es ist einen Versuch wert, diesen kleinen Bewegungsplan für 4 Wochen umzusetzen. Gern nehme ich auch Rückmeldung an. Ich bin gespannt, welche Ergebnisse sich zeigen werden...

Viel Vergnügen! Eure Miriam